Einbau Vergaser Bing 17/15/11.. in Simsonfahrzeuge
Ich gehe davon aus, dass der alte Vergaser demontiert wurde. Die Bowdenzüge verbleiben am Fahrzeug.
1. So wird das Umrüstkit Bing-Vergaser ausgeliefert. Als Besonderheit liegt bei jedem Bing Vergaser, der Bei Moto-Selmer gekauft wird ein Schraubnippel (dazu später mehr) und eine Flanschdichtung 16mm bei.

2. Zuallererst wird jetzt der Ansaugstutzen mit Küchenpapier, oder dergl. zugestopft, um zu vermeiden, dass bei der Arbeit Fremdkörper in den Stutzen/Zylinder fallen. Die alten Vergaser-Stiftschrauben M6 werden mittels 2 gegeneinander verschraubter Muttern 6mm herausgedreht. Den Flansch von Dichtungsresten befreien.

3. Jetzt kann der Adapter-Stutzen montiert werden. Die mitgelieferte Flanschdichtung dünn mit Motoröl bestreichen. An die beiden Inbus-Schrauben M6 mache ich grundsätzlich einen Tropfen Schraubensicherung (grün), sie können sich dann später im Betrieb nicht lösen. Die Schrauben gleichmäßig anziehen (7,5Nm).

4. Den Vergaserdeckel öffnen (2 Schrauben Kreuzschlitz) und die Schieber für Gas, Sartvergaser, Federn und Teillastnadel entnehemen. Das rechte Bild zeigt die spätere Einbaulage der Gasschieberteile.
5. Nun kommt der von Moto-Selmer mitgelieferte Schraubnippel zum Einsatz. Der Bing-Vergaser benötigt, bauartbedingt einen längeren Starterseilzug. Der originale Seilzug wird oben an der Lenker-Armatur ausgehängt. Der angelötete Nippel wird mit einem guten Seitenschneider abgeknipst. Nun die Seilhülle herausziehen und um 7-10mm kürzen. Dann die Seilhülle mit Endkappe wieder überschieben und am Seilende den Schraubnippel montieren (schön fest schrauben!). Der Starterzug muss nachher im Betrieb ca. 3mm Spiel haben. Wäre dies nicht der Fall, so würde bei jeder Kurvenfahrt der Choke gezogen, was zum Absterben des Motors führen würde.


6. Der Starterzug wird nun wieder in die Lenkerarmatur eingehängt. Nun die beiden Bowdenzüge (Gas, Start) in die dazugehörigen Schieber einhängen. Der jeweilige Zug wird durch den Vergaserdeckel geführt, die Feder mit dem Daumen zusammengedrückt und der Lötnippel in den Schieber eingehhängt. Die Teillastnadel wird in die mittlere Kerbe gehängt.
7. Der Deckel kann jetzt mit den eingehängten Schiebern am Vergaser montiert werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Teillastnadel und die beiden Nasen am Gas- und Startschieber in ihre vorgesehenen Führungen gleiten. Der Zusammenbau darf auf keinen Fall mit Gewalt erfolgen und sollte außerhalb des Fahrzeugs geschehen, da die Teillastnadel so leichter in die Düsennadel eingeführt werden kann. Nachdem der Deckel montiert ist, wird eine Funktionsprobr durchgeführt (Gas geben, Choke ziehen).

8. Vergaser am Fahrzeug (Adapterflansch) montieren. Hierbei auf Winkligkeit achten, damit der O-Ring nicht aus der Nut gedrückt wird. Nun wird die Klemmschraube HANDFEST gezogen (Schlüsselweite 8). Die Schraube dient nur dazu den Vergaser am Stutzen zu fixieren und hat in diesem Sinne keine abdichtende Funktion das macht der O-Ring, deshalb ist dringend davon abzuraten die Klemmschraube zu fest zu ziehen. Der Vergaser bricht dann an dieser Stelle und kann nicht mehr repariert werden.
Kurze Einstellanleitung
Der Bing-Vergaser funktioniert nach dem gleichen Prinzip, wie die BVF-Vergaser der Baureihe 16N1-.., deshalb wird er auch genauso eingestellt:
• Fahrzeug mindestens 10 Min. warm fahren, Licht an
• Schieberanschlagschraube (Fahrzeugseite links, die mit der Feder, s.o.) so weit rein drehen, dass der Motor im Stand gut durchläuft. Nun die Leerlaufluftschraube (sitzt unter der Schieberanschlagschraube) langsam ganz eindrehen. Dann die Leerlaufluftschraube nach links herausdrehen, bis der Motor die höchste Drehzahl erreicht. Aus dieser Stellung wird die Leerlauf-Luftschraube eine halbe umdrehung nach zurück (nach rechts) gedreht. Über die Schieberanschlagschraube wird der Leerlauf nun noch fein abgestimmt.
Die Fa. Bing sagt, dass die Leerlauf-Luftschraube genau 1 Umdrehung herausgedreht werden soll, dann wird nur über die Anschlagschraube justiert. Die Praxis zeigt, dass das in den allermeisten Fällen tatsächlich so funktioniert. Anzumerken ist noch, dass bei Kaltstart (Choke gezogen) KEIN GAS gegeben werden darf, sondern nur der Choke gezogen wird, ohne Gas zu geben. Beides wäre zu fett, der Motor springt so nicht an. Ansonsten ist das Kalt- und Warmstartverhalten gegenüber den BVF Vergasern einfach nur traumhaft.
