Ersatzteile, Instandsetzung und Motorenbau für Simson - Moto-Selmer.de
 
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Simson Motor einfahren

Dieses Thema wird teilweise regelrecht mystifiziert… Dabei geschieht beim Einfahren eines Motors nichts anderes als das sich die verschiedenen Bauteile aufeinander einlaufen. Dies ist, bedingt durch die verwendeten Werkstoffe mit ihren unterschiedlichen Eigenschaften, absolut notwendig. Einen Motor (schonend) einzufahren ist also wichtig! Besonderes Augenmerk ist dabei auf die Kolben-/ Zylindergarnitur zu legen. Fertigungstechnisch ist es nicht möglich, zumindest bei den verwendeten Aluminiumkühlkörpern mit eingeschrumpfter GG-Laufbuchse und Aluminiumkolben eine Passung herzustellen, die auf Anhieb allen Lastzuständen standhält, sicher abdichtet und dann noch über 15.000 km standfest ist. Die Teile müssen diese Passung erst finden und das dauert seine Zeit.

Ein Kolbenring z.B. wird im Neuzustand noch nicht zuverlässig abdichten, weil 1. er selbst und 2. die Laufbuchse nicht 1000%ig rund sind. Dies ist einer der Gründe, warum in der Einfahrzeit mit einem erhöhten Ölanteil gefahren werden soll, das Öl hat eine abdichtende Funktion. Beim Kolben selbst sieht es nicht viel anders aus. Er wird seine Form im Betrieb durch Hitzeeinwirkung erheblich verändern, genau wie die Laufbuchse, wenn auch nicht so stark (Temperaturverzug). Es entstehen also Stellen an denen mehr Reibung auftritt und damit einhergehend Hitze. Ein weiterer Grund in der Einfahrzeit mit erhöhtem Ölanteil zu fahren ist die kühlende Wirkung des Öls.

Wer jetzt also gleich von Anfang an Vollgas fährt, weil er gehört hat, dass diese ganze Einfahrerei Quatsch sei, der wird zunächst einmal feststellen, dass sein Motor kaum Leistung hat, danach gibt es dann oft noch ein paar Klemmer, die gar nicht bemerkt werden (Zündaussetzer…?) und der Motor wird niemals seine angegebene Leistung erbringen. Die Standzeit wird sich auf einen Bruchteil reduzieren. Die größte Gefahr ist dabei der kapitale Kolbenfresser, dann wird es richtig teuer, weil davon ausgegangen werden muss, dass auch andere Bauteile, wie die Kurbelwelle zerstört werden. Von MOTO-SELMER regenerierte Zylinder müssen auf jeden Fall sorgsam eingefahren werden.

Wer anständig einfährt und auf seinen Motor „hört“, der wird mit einem kernigen und standfesten Motörchen belohnt.

Über die Länge der Einfahrzeit lässt sich keine genaue Aussage treffen. Normalerweise wird man irgendwo zwischen 300 Km und 1000 Km merken, dass der Motor wesentlich spritziger und spontaner am Gas hängt und höhere Drehzahlen möglich sind. Auch ist es möglich, dass der Leerlauf neu eingestellt werden muss, einfach weil das Fahrzeug im Leerlauf nun nicht mehr so viel Kraftstoff benötigt, wie in der Einfahrzeit. Überhaupt sollte man sich über die Vergaserfeineinstellung erst nach der Einfahrzeit Gedanken machen, sonst läuft man Gefahr in der Einfahrzeit jede Woche den Vergaser 8mal nachzustellen. Beim Einfahren ist einzig und allein wichtig, dass der Motor nicht zu mager läuft, dies ist unter allen Umständen zu vermeiden.

Einfahranleitung
In der Einfahrzeit wird 1:25 getankt. D.h.: auf 5l Benzin kommen 200ml MINERALISCHES 2 TAKT MISCHÖL. Kein Scooter Öl, kein synthetisches Öl, kein Bio Öl, kein Hochleistungs-Rennöl!) Ich empfehle (auch nach der Einfahrzeit) Stihl Öl, Elf Selfmix, Addinol MZ405. Das Fahrzeug wird schonend warm gefahren (besonders wichtig, wenn im Winter eingefahren wird).

Nicht zu zaghaft fahren, untertouren vermeiden, nicht zu früh schalten, der Motor erhält sonst zu wenig Innen- Kühlung. Den Motor nicht über seine Grenzen hinaus belasten. Mit etwas Gespür merkt man bis wohin der Motor willig Gas annimmt, darüber wird nicht gegangen. Ab Km 150 kurze Zwischenspurts mit Vollgas einlegen, jedoch nicht länger als 5 Sekunden Vollgas halten. Strecken mit häufigen Lastwechseln sind zu bevorzugen, also lieber Stadtverkehr als 2 Std. Landstraße.

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